Gute Masken, schlechte Masken …

So nun ist sie da, die Maskenpflicht mit „Medizinischen Masken“ oder „FFP2“. In den Medien gibt es absolut verwirrende Aussagen, auch mache Hersteller können den Unterschied wohl noch nicht richtig herausstellen. Auch ein Teil der Medien, nicht fundierte Berichte und Pseudo-Experten tragen ihr Teil dazu bei, dass Verwirrung herrscht! Ich möchte mal mit Hilfe von guten Artikeln/Links und allgemeiner Logik versuchen es einfach und klar zu erklären:

Was ist der Unterschied zwischen „Medizinischen“ und „FFP“ Masken?

Medizinische Masken sind dann Medizinisch, wenn Sie nach der MDD Richtlinie 93/42/EWG Medizinprodukterichtlinie zertifiziert sind und der Type II/R Norm entspricht. Da es sich um ein Medizinprodukt der Risikoklasse I handelt, genügt ein Konformitätsbewertungsverfahren durch den Hersteller selbst und entsprechende CE-Kennzeichnung auf der Verpackung (ohne Beteiligung einer Zertifizierungsstelle oder auch Benannten Stelle).

Masken nach FFP-Standard (FFP steht für „filtering face piece“) werden nach Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen zertifiziert und können nach FFP1/2/3-Norm klassifiziert werden. Für die Hersteller und Anbieter von FFP-Masken ist vom Gesetzgeber ein höherer Riegel vorgeschoben worden, denn sie MÜSSEN ihre Produkte durch eine Zertifizierungsstelle oder auch Benannten Stelle prüfen und abnehmen lassen.

Die BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt es in ihrem fachlichen Artikel: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html sehr gut und detailliert dar!

Verwirrung durch Titulierung!

Wenn ein Normalbürger die Wörter „Medizinprodukt“ bzw. „Medizinische“ Maske liest, dann denkt man gleich an Ärzte, Intensivstationen und OP-Säle und denkt sich, das muss ja auch gegen Covid-19 schützen! Doch das Wording trügt, denn diese Medizinische Masken sollen gegen Bakterien und ggf. gegen Flüssigkeitsspritzer schützen, siehe: https://www.krankenhaushygiene.de/informationen/hygiene-tipp/hygienetipp2011/362. Und die meisten Bakterien haben einen Durchmesser von etwa 0,6 bis 1,0 Mikrometer = 600 – 1000 Nanometer. Sie sind noch mit einem normalem Lichtmikroskop zu sehen. Die viel kleineren Viren erkennt man dagegen nur unter dem Elektronenmikroskop. Coronaviren sind umhüllte RNA -Viren und bilden Virionen mit einem Durchmesser von 0,08-0,14 Mikrometer = 80-140 Nanometer. FFP-Schutzmasken schützen vor allem vor lungengängigem Staub, Rauch und Aerosolen. Die Klassen unterscheiden sich vor allem durch die Einsatzgebiete und Undichtigkeiten am Gesicht. Unabhängig von der Klasse bieten sie eine Filterung von Partikelgrößen bis zu 0,6 Mikrometer. Aerosole werden Mischungen von festen oder flüssigen Partikeln („Schwebeteilchen“) in einem Gas oder Gasgemisch (z. B. Luft) bezeichnet. Aerosolpartikel aus der Umwelt sind von sehr unterschiedlicher Größe und haben Durchmesser von etwa 1 Nanometer (nm) bis zu mehreren 100 Mikrometern (µm). Größere Partikel sinken schnell zu Boden. Partikel kleiner als 10 µm können Stunden bis Tage in der Luft verbleiben. Coronaviren werden in der Regel als Bestandteil größerer Partikel ausgeschieden, die sich je nach ihrer Größe unterschiedlich lange in der Luft halten und unterschiedlich weit mit der Luftströmung transportiert werden können. Demnach schützen FFP Masken besser als Medizinische Masken!

FFP Masken auch Medizinische Masken?

Meine Antwort darauf ist Ja! Denn wenn ein Hersteller sich dazu entschließt seine FFP Masken nach der Medizinprodukterichtlinie in Anwendung von DIN EN14863:2019 UND der Verordnung über persönliche Schutzausrüstung (PSA) in Anwendung von DIN EN149:2001 zu zertifizieren und auch zu kennzeichnen , dann ist dies möglich! Fakt ist aber, dass aufgrund dieser juristischen Kennzeichnung die Filtrierungsleistung des FFP Produktes sich nicht ändert. Fakt ist auch, dass eine Medizinische Maske Type II/R Maske NIEMALS den Anforderungen des DIN EN149:2001 genügen wird!